16.05.2009
Die Endometriose stellt eine chronische Erkrankung dar, die schwer zu diagnostizieren und zu behandeln ist.
Ohne eine Behandlung wird die Endometriose bei 65% bis 80% der Patientinnen schlimmer.
Sogar mit einer Behandlung schreitet die Endometriose bei 20% der Patientinnen fort.
Zysten und Zellnester können wachsen und sich an andere Stellen des Beckens ausbreiten und sich in sehr schweren Fällen auch in den Harntrakt und die Eingeweide einnisten. Eventuell können sich Verwachsungen bilden. Diese stellen dichte, netzartige Strukturen von Narbengewebe dar, die sich an nahegelegene Organe anlagern und dadurch Schmerzen, Unfruchtbarkeit und Darmverschlüsse verursachen können.
Beckenschmerzen
Das häufigste Problem von Frauen, die von einer Endometriose betroffen sind, sind Schmerzen, welche die Lebensqualität drastisch beeinflussen können.
Die Schmerzen, die um die Regelblutung herum empfunden werden (Dysmenorrhö) können so schwächend sein, dass bis zu 25% der Frauen für zwei bis sechs Tage jeden Monat ausfallen. In schweren Fällen können reguläre Aktivitäten sogar für bis zu zwei Wochen jeden Monat unmöglich werden. Über meistens schmerzbedingte Schlafprobleme berichten drei Viertel der Patientinnen.
Studien nehmen an, dass eine Endometriose bei über 15% der Frauen die Ursache für Schmerzen in der Beckenregion darstellt. (dem unteren Teil des Körperstamms)
Zeitpunkte der Schmerzen
Zusätzlich zu den Zeitpunkten während der Regelblutung, können die Endometrioseschmerzen auch zu anderen Zeiten während des Monats auftreten.
Ein Überblick, publiziert von der Endometriose Gesellschaft, berichtet über die folgenden Ergebnisse über die Schmerzzeitpunkte bei Endometriose:
Schmerzlokalisation
Nahezu alle Frauen mit Endometrioseschmerzen empfinden diese in der Beckenregion (den unteren Teil des Körperstammes).
Die Schmerzen sind oft starke Krämpfe, die auf beiden Seiten des Beckens auftreten, ausstrahlend von der unteren Rückenregion sowie der Enddarmregion sogar bis in die Beine hinein.
Gelegentlich können die Schmerzen jedoch auch in anderen Regionen auftreten, je nachdem, welchen Teil des Beckens die Endometriose betrifft, wie zum Beispiel auch die Blase oder die Eingeweide.
Schmerzstärke
Die Ausprägung der Schmerzen variiert sehr stark und scheint nicht von der Ausdehnung der Endometriose selbst abhängig zu sein.
Mit anderen Worten kann eine Frau nur einige und sehr kleine Nester haben, die mit starken Schmerzen einhergehen, während eine andere Frau mit einer ausgedehnten Endometriose nur wenige Zeichen der Erkrankung außer einer Unfruchtbarkeit haben kann. Große Zysten können rupturieren und zu jeder Zeit sehr starke Schmerzen verursachen.
Unfruchtbarkeit
In der medizinischen Literatur wird angegeben, dass die Endometriose für 30% der Unfruchtbarkeitsfälle verantwortlich ist.
Einige Befunde lassen vermuten, dass zwischen 30% - 50% der Frauen mit einer Endometriose unfruchtbar sind.
Wie auch immer, häufig ist es schwierig eine Endometriose als primäre Ursache für eine Unfruchtbarkeit definitiv zu bestimmen, insbesondere bei Frauen mit einer gering ausgeprägten Endometriose. In dem Versuch die Wahrscheinlichkeit einer Unfruchtbarkeit im Falle einer Endometriose zu bestimmen, haben Forscher ein Stagingsystem, auf Grundlage der Befunde während eines diagnostischen chirurgischen Eingriffs, entwickelt. <((hierzu auch Staging der Endometriose.]
Hier sollte angemerkt werden, dass eine Endometriose nicht zwangsläufig zu einer absoluten Unfruchtbarkeit führt, dass sie aber trotz alledem direkt und indirekt dazu beitragen kann.
ENDOMETRIUMZYSTEN.
Endometriumzysten können direkt auf unterschiedlichen Wegen zu einer Unfruchtbarkeit führen.

IMMUNFAKTOREN UND DIE ENTZÜNDUNGGSANTWORT.
Selbst in frühen Stadien einer Endometriose haben Forscher eine erhöhte Aktivität des Immunsystems beobachtet.
Es ist in solchen Fällen möglich, dass der Körper diese Endometrioseherde als fremd ansieht und es zu einer Immunreaktion kommt.
Bei diesem Vorgang produziert der Körper deutlich gesteigerte Mengen spezifischer Immunfaktoren, die zu einer Unfruchtbarkeit beitragen können, wie folgende:
Effekte auf andere Teile der Beckenregion
Zellnester können auch in der Blase (hier allerdings selten) auftreten und Schmerzen und Blutungen während des Wasserlassens verursachen.
Ebenfalls selten bilden sich diese Zellnester in der Eingeweiden und führen zu schmerzhaften Darmbewegungen, Verstopfungen und Durchfällen.
Krebserkrankungen
Die Endometriose ist keine bösartige Erkrankung, aber Experten debattieren seit Jahren, ob sie eine signifikante Gefahr darstellt.
Das mögliche Risiko der Entwicklung von Eierstocks- oder Endometriumskrebserkrankungen ist hier von besonderem Interesse. Einige Forscher haben bestimmte genetische Mutationen identifiziert, die Endometriosezellen in seltenen Fällen in Eierstocks- oder Endometriumskrebszellen verwandeln können. (Einige Befunde sprechen dafür, dass Eierstockkrebs, der mit einer Endometriose einhergeht sich von anderen Eierstockskrebsfällen unterscheidet, und sogar eine bessere Prognose aufweist.)
Emotionale Effekte
Die emotionalen Effekte einer schweren Endometriose können beinahe so verheerend sein wie die Schmerzen. Sie können die Lebensqualität beeinflussen. In einem Rückblick, der von der Endometriose Gesellschaft durchgeführt wurde, berichteten Patientinnen über folgende emotionale Effekte ihrer Erkrankung:
Andere Symptome
Patientinnen können zusätzlich folgende Symptome erleben: